Homo-Parade in Warschau – „Perverse nach Berlin“
Montag 19. Juli 2010 |
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Nach dem Antrittsbesuch von Bundespräsident Christian Wulff (CDU), der ein besonderes Verhältnis zu Polen sieht, drückten diese ihre „Hochachtung“ aus: „Perverse nach Berlin“, lautete es am Rande einer Homosexuellen-Parade in Warschau.
Christan Wulff (CDU, Bundespräsident) „schwört Polen die Freundschaft“, titelte Welt-Online jüngst nach seinem Antrittsbesuch. Empfangen neu „gekrönte“ Staatsoberhäupter andernorts zumeist, so reisen deutsche, um sich vorzustellen. Daß dies den Eindruck einer devoten Haltung vermittelt und augenscheinlich auch so aufgefaßt wird, offenbaren die jüngsten Ereignisse in Polen. „Perverse nach Berlin“, hieß es dort bei Protesten gegen eine Schwulen-Parade.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) machte es nach der letzten Regierungsbildung vor. Sein erster Antrittsbesuch galt weder – wie in der Vergangenheit üblich – Frankreich, noch den USA. Westerwelle reiste erst in das überwiegend von Katholiken dominierte Polen. Eine heikle Mission, sind die privaten Vorlieben von Westerwelle nicht gerade mit dem Katholizismus vereinbar, um es vorsichtig auszudrücken. Ebenfalls in Osteuropa auf Mission ist der „grüne“ Bundestagsabgeordnete Volker Beck. Spötter meinen gar, Beck missioniere förmlich im Interesse von Schwulen und Lesben. Daß solche Art Außenpolitik und Spaßgesellschaft nicht überall mit Wohlwollen betrachtet wird, mußte Beck schon im Jahr 2007 in Moskau erfahren, wo er kurzerhand nach Ausschreitungen verhaftet wurde.
Dem Katholzisimsus in Polen zum Trotz – oder auch gerade deswegen, im Jahr 2005 verbot der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski noch einen Aufmarsch der Homosexuellen – nahm diese Randgruppe nunmehr am vergangenen Wochenende mit der „EuroPride“ einen neuen Anlauf. Dagegen regte sich ein breiter gesellschaftlicher Protest. Vor allem kirchliche Würdenträger und Konservative waren es, die sich, anders als in der BRD, der „Euro-Sodomie“ entgegenstellten, wie es Slawomir Andrzej Zakrzewski (Bewegung für Polens Souveränität) nannte,
Ob es dem Antrittsbesuch von Guido Westerwelle geschuldet war oder der Teilnahme des „grünen“ Volker Beck und einer Abordnung der SPD aus Berlin-Pankow, es kam am vergangenen Wochenende zu massiven Protesten gegen den Aufmarsch der Homosexuellen. Neben Eierwürfen wurden die Teilnehmer der Homo-Parade bei Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius mit Weihwasser abgekühlt. Daß dies bei der allgemeinen Intoleranz bundesdeutscher Medien gegenüber Konservativen auf Haßattacken stößt, war vorhersehbar. Aber anders als in der BRD üblich, hielten sich die linken Meinungs- und Medienwächter im Vokabular noch erstaunlich zurück, dennoch wurden aus Katholiken „Rechtsradikale“ geformt.
Kaum verwunderlich, welche „Hochachtung“ die Gegendemonstranten zum Homosexuellen-Aufmarsch gegenüber der BRD hegen, in der Randgruppen zur gesellschaftlichen Norm werden. „Perverse nach Berlin“, schallte es durch die Straßen von Warschau. Wer will bei der „überragender Bedeutung“ in der Beziehung beider Länder, die sich durch „fortdauernde besondere Verantwortung“ für Polen ausdrückt, so Bundespräsident Christian Wulff, dies kritisieren. Daß die “besondere Verantwortung” recht einseitiger Natur ist, stört aber weder die politisch Verantwortlichen, noch den Steuerzahler in der BRD. Doch auf Ablehnung stößt diese Verantwortung bei Polen, die sich dem Import des westlichen Gesellschaftsmodells entgegenstellen. Man mag deshalb zu Polen stehen wie man will, für Europa bedeutet dies, daß es noch Hoffnung gibt, daß sich Widerstand gegen linke Dogmen regt.