Schwule und Lesben sind „normal“, so die Logik der CDU

Samstag 24. Juli 2010 | Drucken Drucken

Für einigen Wirbel sorgt der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Chemnitz/Mitte-West, Kai Hähner mit seiner Feststellung, Schwule und Lesben sollen „andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe“ lassen. „Völlig inakzeptabel“, meint der sächsische CDU-Generalsekretär Micheal Kretschmer.

Was ist in der heutigen BRD-Gesellschaft noch normal? Normal sind Milliarden für Finanzzocker, Auslandshilfen, Streichquartette gegen die sozial Schwachen im eigenen Land. „Normal“ scheint aber das öffentliche Ausleben der Sexualität zu sein, wenn Nackte und Halbnackte auf Schwulen- und Lesbenaufmärschen durch die Straßen ziehen, eine bundesweite Zeitung Tips für öffentlichen Sex bei solcher Art Veranstaltung gibt. „Nein“ fand der Chemnitzer CDU-Ortsvorsitzende Mitte/West Kai Hähner und wurde prompt von seiner Partei öffentlich gemaßregelt.

Reinhard Busch
Der Lokal-CDUler Kai Hähner aus Chemnitz  wandte sich an die Organisatoren des sogenannten „Christopher Street Day (CSD)“, der jährlich Aufmärsche organisiert, um für Homosexualität in „richtiger“ Weise in der Gesellschaft – Spötter sprechen von einer Spaßgesellschaft – und Akzeptanz zu werben. Den meisten Sachsen unbekannt ist, daß mit Helma Orosz (CDU) als einstiger sächsische Sozialministerin, heutige Dresdener Oberbürgermeisterin, als Schirmherrin der CSD prominente Unterstützung erfuhr. Augenscheinlich ist die offene Unterstützung für schwule und lesbische Lebensweisen sowie deren buntes Treiben durch die CDU den meisten Menschen nicht bewußt, auch in den eigenen Reihen, der unter dem Deckmantel des Christentums agierenden CDU nicht.

In dem elektronischen Schreiben an die Verantwortlichen des Leipziger Schwulen- und Lesbenaufmarsches, das „Leipzig-Fernsehen“ veröffentlichte und hier wiedergegeben wird, heißt es:
„Sehr geehrte Damen und Herren, eines vorweg. Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen und somit einer Vielzahl von Menschen regelrecht aufdrängen. Lebens Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe. Und nun noch ein paar Worte zu dem Interview bei MDR Info am vergangenen Wochenende. Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zurschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität in einer immer liberalen werdenden Gesellschaft inzwischen als “Trendy”. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase sind. Jedoch war die Äußerung einer Konfrontation mit Homosexualität gegenüber Kindergartenkindern eine unerträgliche Unverschämtheit. Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt.
Mit freundlichen Grüßen Kai Hähner“

Daß die Grünen, deren 68er ideologische Wurzeln die „freie Liebe“ propagierten, sich entsetzt zeigen, ist eine Selbstverständlichkeit. Doch ein Blick auf weitere Reaktionen offenbart, wohin sich die als politische „Mitte“ bezeichnenden Block-Demokraten steuern. Die SPD wertet die Kritik an der öffentlichen Zuschaustellung der spezifischen Lebensweise als Grenzüberschreitung. Kritik ist damit nicht nur unerwünscht. Sabine Friedel (SPD) stellte für ihre Partei klar, Hähner stelle sich “demonstrativ gegen die legitimen Rechte von Minderheiten und bedroht obendrein Toleranz, Vielfalt und Aufklärung mit Klagen”. Na, das klingt doch schon ganz nach einem Rassismusvorwurf. Es fehlt nichtmehr viel und der Begriff des „Nazi“ kommt ins Spiel.

Selbstredend äußern sich auch die SED-Nachfolger der Partei „DIE LINKE.“, die natürlich ihre eigene Parteigeschichte mit der Haltung zu Schwulen und Lesben außen vor lassen. Fabian Blunck darf für die Ewiggestrigen der Linkspartei sich entsetzt zeigen und zugleich als Moralapostel aufspielen. Er geht noch einen Schritt weiter und fordert die CDU zugleich auf, daß Kai Hähner „kein politisches Amt mehr bekleiden sollte“. Daß die CDU sich der Forderung der von Linksaußen beugt, ist bei dem Gerangel um die politische „Mitte“, zu der jedoch die meisten Menschen im Lande längst nicht mehr gehören, sondern eher Randgruppen, gar nicht so abwegig.

Bleibt noch die CDU selbst. Hier ist es mit Michael Kretschmer der sächsische CDU-Generalsekretär, Bundestagsabgeordneter und – zumeist wortloser – Kreisrat im Landkreis Görlitz, der seinem Entsetzen Luft macht. „Das ist seine Privatmeinung, die aber völlig inakzeptabel ist“, so Kretschmer über die Äußerungen von Hähner. Kritik an der öffentlichen Auslebung der Sexualität ist „inakzeptabel“? Ja, das kommt von der CDU! Wenn Kretschmer die Begrifflichkeit der „Abnormalität“ aber zurückweist, die Kai Hähner benutzt, was ist dann für die CDU eigentlich heute noch normal und abnormal? Nach deren Logik müßte dann schließlich die Beziehung zwischen Mann und Frau „abnormal“ sein. Normal ist demnach für die CDU damit nicht die Lebensweise der breiten Bevölkerung, sondern die der Randgruppen.

Nach Sichtweise der CDU-Oberen wäre die Bibel ebenso nicht normal, weshalb sich unweigerlich der Verdacht aufdrängt, daß die sich aufgrund ihres Linksdralls selbst zerlegende CDU das „C“, das für „christlich“ steht, lediglich als Feigenblatt benutzt. Daß Mitglieder der CDU wie Kai Hähner, die sich einmal Luft machen, dabei schnell ins Abseits geraten, sofern sie sich nicht schnellstens linken und linksradikalen Dogmen beugen, ist nur Ausdruck einer Gesellschaft, die von oben herab regiert wird. Doch auch wenn die Medien als willfährige Helfer diese Politik ein solches Agieren gegen die absolute Mehrheit des Volkes als „normal“ erachten und zu verbreiten suchen, die Kommunisten und kommunistischen Sozialisten der DDR mußten sich eines Besseren belehren lassen. Auch wenn es derzeit eine Renaissance dieser Art linken Politik gibt, so läßt sich die Zeit nicht zurückdrehen. Je mehr den Menschen das Denken abgenommen wird und normal zu unnormal – und umgekehrt – umgedeutet wird, desto schneller und plötzlicher implodiert eine solche Gesellschaft.